Säuglinge und Kinder

Entwicklungsstörungen gezielt vorbeugen


Wie kommt es zu mechanischen Störungen bei Säuglingen?

Die mechanischen Kräfte, die während der Geburt auf den Körper eines Babys einwirken, sind immens. Ist in der Folge ein Gelenk der Wirbelsäule blockiert, hat dies sowohl mechanische als auch neurologische Auswirkungen. Durch die Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit eines jungen Körpers können Nachbargelenke oftmals eine Wirbelblockade kompensieren. Daher bleibt eine solche Gelenkblockierung bei Kindern häufig unbemerkt, zumal selten Schmerzen vorhanden sind. Es sind also vor allem die neurologischen Auswirkungen, die das Defizit sichtbar machen.


Was haben Dreimonatskoliken und Entwicklungsstörungen gemeinsam?

Die Druck- und Zugkräfte bei der Geburt wirken vor allem auf die obere Halswirbelsäule. Die hier verlaufenden Nerven beeinflussen den Vagusnerv, der Dreiviertel des Magen- Darmtraktes versorgt und von großer Bedeutung für die Verdauung ist. Zahlreiche Beobachtungen haben gezeigt, dass bei Babys mit Verdauungsproblemen und Dreimonatskoliken mitunter Gelenkblockierungen in Wirbelsäule oder Becken vorliegen. Dasselbe gilt für Kinder und Schulkinder, die über Bauchweh oder Übelkeit ohne schulmedizinisch feststellbare Ursache klagen.

 

Die neurologischen Auswirkungen werden oft erst im Verlauf der Entwicklung des Kindes deutlich. Wenn es Greifen, Krabbeln, Laufen oder Sprechen lernt, treten Defizite auf. Insbesondere feinmotorische Tätigkeiten wie Schneiden, Basteln oder später das Schreiben fallen den betroffenen Kindern in der Regel deutlich schwerer als ihren gesunden Altersgenossen.


Exzessives Schreien im Säuglingsalter ist häufig: Über 20% aller Säuglinge sind in den ersten drei Lebensmonaten betroffen. Bei etwa 8% besteht das Verhalten über den dritten Monat hinaus. Es liegt allerdings kein Fehlverhalten der Eltern zugrunde, machen Sie sich keine Vorwürfe.


Welche funktionellen Beschwerden kommen bei Kindern häufig vor?

Manche Säuglinge schreien in den ersten Wochen überdurchschnittlich viel. Der Grund der Unruhe ist für die Eltern oft nicht auszumachen. Ist ein Gelenk der Halswirbelsäule blockiert, kann es einige Zeit dauern, bis die dazugehörigen Muskeln sich soweit entwickelt haben, dass das Baby eine Schonhaltung einnehmen kann. Diese äußert sich z. B. in einer schiefen Kopfhaltung sowie einer eingeschränkten Drehbarkeit des Kopfes. Auch ist das Kind nun äußerst berührungsempfindlich. Weil auch die vordere Hals- und Rachenmuskulatur in Mitleidenschaft gezogen ist, können zudem Schluckbeschwerden, Trinkprobleme und wiederkehrende Mittelohrentzündungen auftreten.

 

Die Auswirkungen mechanischer Störungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule wurden in Deutschland erst in den letzten Jahren intensiv erforscht. Sie werden als KISS-Syndrom (Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung) bezeichnet. Im Zuge dieser Untersuchungen werden inzwischen auch Konzentrationsprobleme, Lese- und Rechtschreibdefizite, ein hoher Bewegungsdrang und andere Verhaltensauffälligkeiten mit unbehandelten Halswirbelsäulenblockaden in Verbindung gebracht.


Wie hilft Ihr Chiropraktor?

Vor einer Behandlung erfragt der Chiropraktor im gemeinsamen Gespräch die Entwicklung und das beobachtete Ausmaß der Beschwerden Ihres Kindes. Im Rahmen einer Untersuchung muss nun festgestellt werden, ob die Symptomatik chiropraktisch behandelt werden kann. Schließlich erhalten Sie eine eingehende Auskunft über Behandlungsmöglichkeiten, den zu erwartenden Behandlungsumfang und die Prognose.

 

Wird durch eine chiropraktische Behandlung ein Gelenk wieder frei beweglich, kann dies zur Folge haben, dass sich die dazugehörige Muskulatur entspannt und der Bewegungsablauf sich normalisiert. So kann der Schmerz bei Schreibabys eventuell reduziert werden, Dreimonatskoliken können sich beruhigen und die neurologische Entwicklung Ihres Kindes kann ohne funktionelle Störungen im Bereich des Bewegungsapparates ablaufen.

 

Jede chiropraktische Behandlung ist eine hochwertige, ganzheitlich wirksame und nachhaltige Einflussnahme auf die Integrität des Skelett-Muskel-Nervensystems.